BUND Regionalverband Nordschwarzwald

BUND Mühlacker

Hier werden in Kürze Informationen und Bilder zum BUND Mühlacker veröffentlicht!

Stellungnahme der BUND - Ortsgruppe Mühlacker zum Bauvorhaben Alte Ziegelei

Als BUND-Ortsgruppe Mühlacker wenden wir uns an die einzelnen Fraktionen des Gemeinderates mit unseren erheblichen Bedenken gegen die jetzige Planung des Bauvorhabens Alte Ziegelei.

Biotope: 13 % der FFH-Mähwiesen (400 qm lt. Vorbereitendem Umweltbericht) sollen im Westen des Baugebietes als Bauland umgenutzt werden. Hierfür ist eine Sondergenehmigung erforderlich. FFH-Mähwiesen sind als Lebensraumtyp geschützt, auch wenn sich sonst keine weiteren Arten darauf finden lassen. Die Umwidmung sollte auch deshalb unterlassen werden, weil die EU gegen Deutschland bereits ein Vertragsverletzungsverfahren wegen der Verluste von FFH-Mähwiesen eingeleitet hat.

  • Durch die Umwidmung wird die Zerstörung eines vorhandenen Schutzbereichs billigend in Kauf genommen. Weiterhin wird angenommen, dass die geplanten privaten Grünflächen der mehrgeschossigen Gebäude die Biotope ausreichend schützen. Bei fehlendem Schutz durch entsprechende Barrieren nimmt der Druck auf das dortige Zusammenspiel von Flora und Fauna und damit die Gefährdung des benachbarten Schutzgebietes erheblich zu. Deshalb müssen auf jeden Fall schützende Barrieren wie z.B. Heckensäume eingeplant werden. Ein entsprechendes Schutzkonzept ist zu entwickeln und vorzulegen, eine ungeplante freie Öffnung zur Bebauung muss dringend verhindert werden. Der Druck auf die bestehenden Schutzräume wird durch die dichte Besiedelung zunehmen.
    Die geplanten großflächigen Geschosswohnungsbauten am Westrand - zum Hohlweg hin – lassen den Natur- und Artenschutz unberücksichtigt und stören die vielfältige gewachsene Artengemeinschaft. Deshalb ist eine detaillierte Planung für einen angemessenen Übergang zur freien Landschaft mit Hohlweg, Trockenwiesen und der Feldhecke notwendig.
  • Es sollte erst dann auf Ausgleichsmaßnahmen zurückgegriffen werden, wenn es keine Alternativen gibt. Der geplante Grünzug kann dieses artenreiche Schutzgebiet keinesfalls ersetzen. Deshalb muss die Neubebauung hinter die geschützten Feldgehölze zurückgeführt werden. Nur so kann der Artenreichtum im geschützten Gebiet erhalten bleiben.
  • Im Falle der Umsiedelung von Arten (wie bereits geschehen) muss gesichert sein, dass es dabei nicht zu einer Verschlechterung ihrer Situation kommt. Wir möchten wissen, wie die Neuansiedelung der Tiere beobachtet und festgestellt wird, ob die Umsiedelung in diesem Sinne erfolgreich war bzw. von Problemen dabei in Kenntnis gesetzt werden.

Landschaftsplanung: Bezüglich der Landschaftsplanung weist der vorbereitende Umweltbericht darauf hin, dass die Planung mit den Zielen der Landschaftsplanung nur bedingt vereinbar sei. Im westlichen Teil „sollten Alternativen zur Abgrenzung geprüft werden. Es bestehen vor allem Zielkonflikte wegen der hohen Gefährdung der besonderen klimatischen Situation und der klimatischen Ausgleichsflächen in Stadtkernnähe.“ Denn lt. Landschaftsplan ist „der westliche Teil von hoher Bedeutung als Kaltluftentstehungsfläche“ und hat eine „Ausgleichsfunktion für die Siedlungsbereiche der Kernstadt“. Diese Funktion wird durch die Bebauung mit mehrgeschossigen Häusern außer Kraft gesetzt. - Die vorgesehene Planung, die im Widerspruch zur gegebenen Landschaft die höchsten Gebäude und die Einfamilienhäuser wie von einer Mauer umgrenzen lässt, stört auch ganz erheblich das Landschaftsbild.

Wir erwarten, dass die Bauplanung sich zuallererst an der bestehenden Landschaft, Flora und Fauna orientiert, auch an der Funktion der natürlichen Gegebenheiten.
Denn was zerstört wurde, ist unwiederbringlich verloren und das können wir uns nicht mehr leisten.

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