Tage der Artenvielfalt im Ochsenwäldle

BUND bedankt sich bei allen Beteiligten

Falter bei Nachtexkursion  (Simone Reusch / Bund Nordschwarzwald)

Rund 120 Teilnehmende entdeckten am 17. und 18. Juni zusammen mit dem BUND vielfältige Tiere und Pflanzen im Ochsenwäldle.

Die Exkursion in den nächtlichen Wald am Samstag startete spät abends. Fledermäuse zeigten sich leider nicht, doch unsere Fledermausexpertin Ulrike Wagner konnte viel Interessantes über diese Tiere erzählen. Andere Wesen der Nacht, die normalerweise gar nicht so einfach zu beobachten sind, konnten wir dagegen anlocken: Nachtfalter. Rainer Kontermann stellte hierfür einen speziellen Leuchtschirm auf. Die Falter werden von seinem Licht angelockt, kommen aber nicht zu Schaden. Es ist erstaunlich, wie hübsch und bunt einige dieser Nachtfalter sind! Die Besucher waren überrascht, dass es in Deutschland über 3500 verschiedene Arten von Nachtfaltern gibt und nur ca. 190 Tagfalter.

Sechsfleckwidderchen auf Natternkopf  (Monika Wingert / Bund Nordschwarzwald)

Am Sonntagmorgen konnten wir mit Monika Wingert Schmetterlinge beobachten. Darunter der märchenhaft schöne Große Schillerfalter, sowie das Sechsfleck-Widderchen, welches Abwehrstoffe aus Pflanzen beziehen kann, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Eine Artenliste der beobachteten Schmetterlinge von finden Sie hier  Beim Ornithologen Ralf Gramlich - Geschäftsführer der ORNI Schule e.V. - lernten wir, warum man als Vogel-Fan immer auf den Boden schauen muss, und hatten die Gelegenheit, in der Nike-Station mehrere Neuntöter zu beobachten. Die Artenliste der beobachteten Vögel finden Sie hier  Klaus Faaß von "Wildbienenheim" zeigte uns die Welt der einheimischen Wildbienen, und unser Allround-Experte Thomas Köberle (BUND Mühlacker) konnte wie immer erstaunliche Fakten über verschiedene Lebewesen nennen, die wir sahen.

Nach einem Austausch in der Mittagspause, bei heimischem Apfelsaft und Kuchen, folgte ein ebenso buntes Nachmittags-Programm.

In der Botanik-Exkursion mit Barbara Klein entdeckten wir am Wegesrand eine seltene Pflanze, den Strahlen-Breitsame. Dieser Doldenblütler ist lt. der Roten Liste Deutschlands vom Aussterben bedroht. 

Einige Menschen waren währenddessen beim Land Art-Projekt kreativ. Sie schufen aus Naturmaterialien, die man vor Ort findet, ein vergängliches Kunstwerk. Es entstand eine Himmelsleiter, die Klein und Groß - angeleitet von Britta Faaß - zusammen gestalteten.

Teilnehmende beobachten Neuntöter an der Nike-Station  (Susanne Duffing / Bund Nordschwarzwald)

Was wäre ein Wald ohne seine Bäume? Alle, die mehr über die Baumarten im Ochsenwäldle erfahren wollten, konnten sich Daniel Hoffmann anschließen, Baumpfleger und Vorstandsmitglied des BUND Nordschwarzwald. "Es ist ein guter, gesunder Mischwald mit verschiedenen Altersstufen, ich würde ihn unbedingt erhalten!“

Waltraud Pfau vom BUND-Mühlacker wies dazu noch auf die wichtige Rolle der Bäume als "natürliche Klimaanlage" für die Abkühlung der Umgebung hin - In Zeiten von Klimaerwärmung und daraus resultierender dramatischer Zunahme an Hitzetagen ein wichtiger Aspekt.

Baumführung mit Daniel Hoffmann/BUND Nordschwarzwald (im Bild links)  (Petra Jaschke / Bund Nordschwarzwald)

Die Tage der Artenvielfalt wurden organisiert von BUND Regionalverband Nordschwarzwald, BUND Mühlacker, BUND Heckengäu, sowie BUND Pforzheim und Umgebung. Sie werden unterstützt vom LNV (Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V.Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden, Helfer*innen und Expert*innen. Außerdem gilt unser Dank Felix Beigel, der uns den leckeren Apfelsaft sponsorte, LNV und Enzkreis Erleben für die Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit, und für die Erlaubnis, die Nike-Station zu betreten, sowie dem Forst BW für das Vertrauen, eine Veranstaltung dieser Größenordnung im Wald durchzuführen zu dürfen.

 (Gabriele Bender / Bund Nordschwarzwald)

Am Ende der Veranstaltung waren sich alle einig, dass dieser ökologisch wertvolle und artenreiche Wald auch für die kommenden Generationen erhalten bleiben muss und nicht einem interkommunalen Gewerbegebiet geopfert werden darf.

Einen Erlebnisbericht der Exkursionen aus Sicht von Susanne Duffing, erste Vorsitzende des BUND Nordschwarzwald können Sie hier nachlesen

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