Die Politik überbietet sich aktuell oft selbst, wenn es darum geht, gesellschaftliche Grundversorgung wort- und emotionsreich zu streichen. Gleichzeitig wird der angeblich überbordende Klima- und Umweltschutz als Sündenbock für eine stockende Wirtschaft dargestellt.
Wir bereiten derzeit zusammen mit anderen Verbänden im Pforzheim/Enzkreis Veranstaltungen zur Landtagswahl vor. Die ersten Kandidat*innen haben bereits zugesagt. Es braucht viele Menschen, die sich politisch engagieren und ein starkes Statement für unsere Lebensgrundlagen sowie für Generationengerechtigkeit setzen.
Oft fühlen wir uns dabei klein und hilflos. Aber ist das wirklich so? Nein.
Der Sozialpsychologe Harald Welzer zeigte bereits 2013, dass nur rund 3 bis 5 Prozent einer Bevölkerung ausreichen, um nachhaltige Veränderungen anzustoßen (Link: Deutschlandfunk). Ein Team um die Politikwissenschaftlerin Erica Chenoweth von der Harvard University untersuchte, wie viele Menschen auf die Straße gehen müssen, damit Politik wirksame Maßnahmen gegen die Erderhitzung ergreift. Ergebnis: Nur etwa 3,5 Prozent der Bevölkerung genügen – friedliche Proteste wirken dabei etwa doppelt so erfolgreich wie gewaltsame (Link: forum.eu).
Wir sehen gerade, dass dieses Prinzip auch von Rechtsaußen genutzt wird. Wir haben jedoch den Vorteil, dass wir mehr sind – und friedlich handeln. Allein der BUND Baden-Württemberg zählt 90.000 Mitglieder und Förderer*innen, das sind 0,8 Prozent der Bevölkerung in BW. Zum Vergleich: Die CDU hat rund 53.000 Mitglieder, die SPD etwa 30.800 und die Grünen 22.000. Zusammen mit anderen Umweltverbänden verfügen wir über ein Potenzial, das die Parteimitgliedschaften übersteigt.
Die „Macht des Zweifels“ (Link: Spiegel) ist ein zentrales Werkzeug des Lobbyismus gegen Klimaschutz. Wir können Zuversicht, Mut und Engagement entgegensetzen.