Fußweg: Natur-Rallye-App für Entdeckerinnen und Entdecker
Auf der Gartenschau sind viele Menschen unterwegs – zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Kinderwagen oder mit dem Rollator. Damit alle sicher unterwegs sind, gibt es einen Fußweg und einen Radweg.
Alle sollen unsere App spielen können! Wir haben deshalb 2 Varianten entwickelt. Beide starten an der Rußhütte und enden beim Grubenspielplatz in der Nähe der Grube Sophia. Auf dem Weg entdeckt ihr spannende Besonderheiten zwischen Freudenstadt und Baiersbronn.
Wichtig zu wissen: Fahrzeuge müssen auf dem Fußweg geschoben werden. Der Fußweg ist nicht überall asphaltiert. Er führt manchmal über Wurzeln und am Hang entlang.
Audio: Kommt mit auf eine Natur-Rallye
Das sind Sophia und Christoph. Johanna und Ben haben den beiden ihre Stimmen geliehen.
(BUND Nordschwarzwald
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BUND Nordschwarzwald)
"Hallo, ich bin Christoph. Ich heiße genauso wie das Christophstal, in dem wir grade sind. Wir wollen euch mitnehmen in die spannende Welt der früheren Bergknappen, der Sensen- und Pfannenschmiede, oder der ungewöhnlichen Pflanzen hier im Tal."
"Und ich bin Sophia. Ich heiße genauso wie die Bergwerks-Grube „Sophia“. Auf dem Weg gibt es viele interessanten Dinge zu erzählen, die Ihr sonst vielleicht nicht gesehen hättet. Danach könnt ihr bestimmt auch alle Rätselfragen lösen. Also los gehts! Wir beginnen an der Rußhütte."
Manni-Mistkäfer-Tipp: Wer will, kann sich noch schnell eine Kompass-App herunterladen. Ein Blick auf die Karte, oder eine gute Orientierung an der Sonne reichen aber auch. Viel Spaß!
Zusatzaufgabe für Naturliebhaber*innen
Finde 10 verschiedene Pflanzenarten und bestimme sie mit der Flora Incognita App.
Die Rußhütte
Audio: Rußhütte
Die Rußhütte wurde umgezogen.
(BUND Nordschwarzwald
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BUND Nordschwarzwald )
Christoph: „Dieses Haus ist ganz aus Sandsteinen gebaut. Es war früher eine Rußhütte.“
Sophia: „Wieso Rußhütte - versteh ich nicht.“
Christoph: „Ruß brauchte man früher für Schuhcreme oder Tusche. Und auch für Druckerschwärze, sonst hättest Du vor 200 Jahren keine Bücher drucken können.“
Sophia: „Und wie macht man den Ruß?“
Hauptteile der Rußhütte waren der Gewölbekeller, der Brennhofen und der Filtersack
(Ursprung Skizze unbekannt
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BUND Nordschwarzwald)
Christoph: „Ein großer Brennofen stand mitten im Brennraum der Rußhütte. Hier verbrannte man harziges Kiefernholz, Reisig oder Zapfen. Dabei entstanden viel Rauch und Ruß. In den Abzug hängte man Tücher. Der schwarze Ruß blieb darin hängen. Von den Tüchern und den Kaminwänden konnte man den Ruß dann wieder abkratzen. Er wurde in Fässer gelagert und dann verkauft. In einem Jahr hat man etwa 100 Brände gemacht. Das gab 44 Zentner Ruß. Der wurde für 1000 Gulden verkauft. Als Gewinn blieben nur 350 Gulden übrig. Nur 3 Gulden in der Woche hat ein Geselle verdient.“
Sophia: „Wieviel konnte er sich dafür denn kaufen?“
Christoph: „Das reichte grade mal für ½ Sack Kartoffeln.“
Sophia: „Der Rußbrenner tut mir leid, denn gesund war seine Arbeit bestimmt nicht. Er musste den Ruß ja immer einatmen. Wahrscheinlich war seine Lunge auch schon ganz verrußt.“
Christoph: „Die Rußhütte stand auch nicht immer hier an diesem Platz.“
Sophia: „Ja, das habe ich gehört. Früher stand sie vor den Toren Freudenstadts. An diesem Platz wird aber eine neue Straße gebaut. Deshalb hat man sie jetzt hierher versetzt. So wird die Geschichte auch nicht vergessen.“
In welcher Stadt stand die Rußhütte früher?
Toll gemacht. Sobald du die richtige Antwort gegeben hast, bekommst du einen Tipp, wo du die nächste Station findest: Laufe 80 m nach Südosten (das Tal hinauf) um den ehemaligen Standort des Pfannenhammers zu finden. Du kannst die Station Pfannenhammer auch auslassen. Laufe von der Rußhütte 80 m nach Nordwest (das Tal hinunter). Dort findest du die nächste Station.
Der Pfannenhammer
Audio: Pfannenhammer
Wasserkraft hat das Mühlrad des Pfannenhammers angetrieben.
(BUND Nordschwarzwald
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BUND Nordschwarzwald)
Sophia: „Kommt mit, dann schauen wir uns den Platz um die Rußhütte herum mal genauer an.“
Christoph: „Richtung Freudenstadt sehe ich noch Reste einer Mauer. War das einmal ein Haus?“
Pfannenhammer zum schmieden von Pfannen
(BUND Nordschwarzwald
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BUND Nordschwarzwald)
Sophia: „Ja, das könnte man meinen. Denn bis 1923 stand hier, wo jetzt die Rußhütte steht, der Pfannenhammer. Das war ein großes Schmiedewerk, in dem Pfannen geschmiedet wurden. Hier im Christophstal gab es mehrere verschiedene Hammerschmieden - für Sensen, für Nägel, für Draht, und hier eben eine für Pfannen. Die Schmiedehämmer wurden mit Mühlrädern angetrieben. Deshalb sind noch die Wasserkanäle zu sehen. Auch über die Mauer, nach der du gefragt hast, ist Wasser in einer Rinne zu den Mühlrädern gelaufen.“
Christoph: „Wir haben zu Hause auch eine geschmiedete Eisenpfanne. Meine Mutter sagt immer, dass die Bratkartoffeln oder ein Schnitzel darin besonders gut gelingen.“
Platzmeisterhaus
Audio: Platzmeisterhaus
Platzmeisterhaus mit Garten
(BUND Nordschwarzwald
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BUND Nordschwarzwald )
Sophia: „Nun gehen wir weiter das Tal hinunter. Das nächste Haus ist auch ganz aus Sandsteinen gebaut. Im Erdgeschoss kann man noch sehen, dass alle Fenster vergittert waren.“
Christoph: „War das mal ein Gefängnis?“
Sophia: „Nein, ganz im Gegenteil. Die vielen Werkstätten und Schmieden mussten ja auch verwaltet werden. Außerdem mussten die fertigen Produkte verpackt, transportiert und verkauft werden. Und die Arbeiter wollten alle ihren Lohn. Dazu brauchte man Schreiber, Platzwarte und Hüttenverwalter. Hier in diesem „Platzmeister-Haus“ wohnte also so ein Platzmeister. Er war ein hoher Beamter. Hinter den vergitterten Fenstern waren seine Büros. Hier wurde geschrieben und gerechnet und den Arbeitern der Lohn ausbezahlt. Das Geld dazu und andere wichtige Papiere wurden auch hier aufbewahrt. Deshalb waren die Fenster vergittert. Man könnte es sonst ja klauen. Im Obergeschoss hat der Platzmeister in sehr schönen Zimmern gewohnt.“
Christoph: „Hast Du auch den schönen Garten neben dem Haus gesehen mit dem Kellerhaus und dem Wasch- und Backhaus?“
Sophia: „Ja, so ein Platzmeister war schon etwas ganz Besonderes.
Wenn wir jetzt weiter gehen, dann schaut doch nebenher mal die anderen Häuser an. Hier haben die Arbeiter gewohnt. Laboranten hat man sie früher genannt.“
Laborantenhaus als Wohnsitz
(BUND Nordschwarzwald
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BUND Nordschwarzwald )
Wann wurde das Platzmeisterhaus gebaut?
Toll. Du hast das Rätsel gelöst. Lauf ungefähr 260 m nach Nordwest und suche eine Brücke. Wenn du wissen willst, wo früher einmal der Wilhelmshammer gestanden hat, musst du von der Kreuzung aus über die Spielplatzrutsche schauen. Wenn du schon auf der Brücke stehst, dann schaue dir doch einmal den Forbach und seine Fische an. Viel Spaß!
Die Stufen im Forbach beim ehemaligen Wilhelmshammer
Audio: Fischtreppe
Ehemaliger Standort Wilhelmshammer
(BUND Nordschwarzwald
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BUND Nordschwarzwald )
Christoph:
„Hier, wo heute der Spielplatz ist, wurde im Jahr 1660 eine große Hammerschmiede gebaut. Später kam ein Walzwerk dazu, in dem Eisenstäbe mit modernster Technik ausgewalzt wurden. Heute gibt es den Wilhelmshammer leider nicht mehr. Die Spuren vom alten Kanal kann man aber noch entdecken – allerdings nur, wenn man ganz genau hinschaut und die Blätter im Herbst von den Bäumen gefallen sind.“
Sophia:
„Okay. In den Büschen will ich jetzt lieber nicht rumklettern. Komm mit mir über die Brücke! Wollen wir mal ausprobieren, wer am weitesten in den Bach spucken kann? Meinst du, wir sehen viele Fische? Vielleicht sogar die Schwarzwaldforelle?“
Christoph:
„Viele Fische? Das glaube ich nicht.
Fische brauchen gute Verstecke – zum Beispiel unter großen Steinen, unter Wasserpflanzen oder in tiefen Wasserlöchern. Wenn du dir den Bach anschaust, merkst du bestimmt, dass es hier nur wenige solcher Verstecke gibt. Außerdem ist das Wasser überall gleich hoch.
Die Menschen haben Stufen von einer zur anderen Bachseite eingebaut. So wurde das Wasser wie in kleinen Schwimmbecken aufgestaut. Dadurch kann sich der Bach nicht mehr tiefer eingraben oder seinen Lauf verändern.
Aber wie sollen die Fische jetzt über diese Stufen nach oben schwimmen?“
Sophia:
„Hm, du hast recht.
Ich erinnere mich an etwas: In Baiersbronn, beim Spielplatz an der Schelklewiese, hat der Forbach an einer Seite eine Art Treppe! Die wurde extra für die Fische gebaut. So können sie über die kleinen Stufen nach oben schwimmen und zu ihren Laichplätzen gelangen. Dort legen sie ihre Eier ab. Wahnsinn, woran man alles denken muss!“
Christoph:
„Ja, man muss immer an die Tiere denken, wenn man in die Natur eingreift.
Wenn du genau hinschaust, siehst du, dass die Stufen an den Seiten ein bisschen flacher sind – das hat man wohl extra für die Fische so gemacht. Sie finden diesen geheimen Weg, weil dort das Wasser schneller fließt.“
Sophia:
„Und weißt du, was wir jetzt machen? Wir gehen motzeln, äh ... ‚kneippen‘!
Siehst du den kleinen Bach links neben der Brücke? Lies mal das gelbe Schild:
‚Hier darf man mit den Füßen durchs Wasser laufen.‘
Cool!“
Wie können die Fische hohe Stufen im Bach überwinden?
Richtige Antwort! Weiter so! Laufe nun ungefähr 340 Meter dem Fußweg entlang. Es geht immer leicht den Berg hinauf. Bald seid ihr an der nächsten Station angekommen. Dort begegnet ihr ganz besonderen Tieren. Sie sind stark und groß und waren früher auch in unseren Wäldern zuhause.
Bären und große Raubtiere im Schwarzwald
Audio: Bären und andere heimische Jäger
Bären, Wölfe, Luchse und Wildkatzen gehörten früher in unsere Landschaft und zum Gleichgewicht der Natur.
(BUND Nordschwarzwald
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BUND Nordschwarzwald)
Christoph:
„Schau mal da vorne! Da sind Bären!“
Sophia:
„Puh, Glück gehabt – die sind ja nur aus Plastik. Aber sag mal, gab es hier wirklich einmal richtige Bären? Oder willst du mir einen Bären aufbinden – wie im Märchen von Schneeweißchen und Rosenrot?“
Christoph:
„Nein, wirklich! Früher lebten bei uns im Wald Braunbären. Die wurden bis zu 150 kg schwer und etwa 1,50 m groß – bis zur Schulter! Sie fraßen Früchte, Gräser, Honig, Nüsse – manchmal auch Fische oder tote Tiere. Wenn du mal von Loßburg nach 24-Höfe fährst, findest du ein Sandsteinkreuz am Straßenrand. Das nennt man das ‚Bärenkreuz‘. Dort soll im Jahr 1840 der letzte Kampf zwischen einem Bären und einem Reiter stattgefunden haben. Das steht auf der Tafel daneben.“
Sophia:
„Bären gibt es bei uns im Schwarzwald nicht mehr. Aber Wölfe, Luchse und Wildkatzen. Die sind aber so scheu, dass man sie kaum sieht. Wenn du mehr über Bären, Wölfe und Luchse lernen willst – und sie auch sehen möchtest –, musst du in den Bärenpark nach Bad Rippoldsau-Schapbach fahren. Die Tiere dort wurden aus schlechter Haltung gerettet. Jetzt leben sie in großen Gehegen und zusammen mit anderen Tieren.“
Welche Art von Bären gab es früher in unseren Wäldern?
Super! Der Braunbär war tatsächlich früher bei uns heimisch. Mach dich jetzt auf den Weg zur nächsten Station und finde heraus, welche Bäume bei uns im Wald vorkommen! Laufe dafür rund 80 Meter den Berg hinab. Findest du den Ahron auf der Wiese? Und die vielen kleinen Waldbäumchen auf der anderen Wegseite? Hier kannst du einmal deine Pflanzen-App testen und schauen, welche Bäume (und andere Pflanzen) du findest.
Fußweg: Waldentwicklung
Kennt ihr unsere Bäume im Wald?
(BUND Nordschwarzwald
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BUND Nordschwarzwald)
Audio: Waldentwicklung
Sophia:
„Weißt du, warum im Schwarzwald so viele Fichten wachsen?“
Christoph:
„Im Mittelalter und auch später brauchten die Menschen sehr viel Holz – zum Heizen, für Schmelzöfen, für Fabriken und zum Häuserbauen. Der Wald war sogar eine Weide für Schweine und andere Tiere. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auch viel Holz für den Wiederaufbau gebraucht – sogar andere Länder wie Frankreich nutzten Holz aus dem Schwarzwald. Zurück blieben kahle Hänge – und auf die pflanzte man Fichten.“
Sophia:
„War das gut oder schlecht?“
Christoph:
„Es war verständlich. Die Fichte wächst schnell, hat gutes Bauholz und kann auch auf kahlen Hängen wachsen – anders als viele andere Bäume. Aber: Eigentlich würde die Fichte bei uns nur an wenigen Stellen natürlich wachsen. Normalerweise hätten wir einen bunten Mischwald – mit vielen Laubbäumen und anderen Nadelbäumen wie Tannen und Kiefern. Die Fichte leidet heute sehr unter dem Klimawandel mit Hitze, Trockenheit und Stürmen. Und der Borkenkäfer hat es leicht, die geschwächten Bäume zu befallen.“
Sophia:
„Sollten wir dann nicht viele verschiedene Baumarten im Wald haben?“
Christoph:
„Genau das versucht man heute! Schau dich mal um – hier wachsen viele verschiedene Bäume und Sträucher: Eiche, Buche, Kiefer, Fichte, Ginster, Ahorn und Espe. Auch die Douglasie ist dabei. Man erkennt Bäume übrigens gut an ihren Blättern oder Nadeln. Du kannst ja mal mit der App Flora Incognita oder einer anderen App ausprobieren, welche Bäume hier wachsen.“
Sophia:
„Ich schau mir die Blätter jetzt ganz genau an – vielleicht kann ich sie sogar nachzeichnen. Und wenn ich später nochmal herkomme, sehe ich, wie groß die Bäume geworden sind.“
Welcher Baum kommt aus Nordamerika und ist hier eigentlich nicht heimisch?
Richtig! Die Douglasie stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde erst im 19. Jahrhundert bei uns eingeführt. Für viele unserer Insekten und Pilze ist sie deshalb nutzlos. Lauft den Fußweg weiter. Die nächste Station findet ihr in ungefähr 300 Meter. Schaut euch einmal Hang direkt vor euch und die Wiesen unten zwischen den Teichen ganz genau an. Erkennt ihr die Schatten in den Vertiefungen?
Wässerwiesen
Audio: Wässerwiesen
Hang- und Wiesenbewässerung
(BUND Nordschwarzwald
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BUND Nordschwarzwald
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https://www.google.com/maps (Karte))
Christoph: „Wie haben sich eigentlich die armen Leute hier ernährt? Ihr Hungerlohn hat bestimmt nicht gereicht, um ihre Familien zu ernähren. Und Milch, Butter oder Fleisch konnten sie auch nicht im Supermarkt kaufen.“
Sophia: „Zum Glück bekamen die meisten Arbeiter-Familien ein Stück Wiese zugeteilt. Dann konnten sie eine Kuh oder eine Ziege halten. Und natürlich ein paar Hühner für die Eier. Aber so eine Wiese muss man im Sommer auch immer mit Wasser versorgen.“
Christoph: „Das haben sie früher sehr klug durch ein verzweigtes Netz von Wassergräben gelöst. Schaut mal grade aus an die gegenüberliegenden Bäume. Mit Phantasie seht ihr dann den Wassergraben, der ganz eben an den Wurzeln der Bäume entlang verläuft. Durch diesen Kanal hat man Wasser aus dem Forbach geleitet. Staut man das Wasser, so läuft der Graben über. Das Wasser läuft dann ganz langsam den Hang herunter. Dabei versickert es, und hält so die Wiesen feucht.“
Sichtbare Spuren von alten Bewässerungssystemen
(BUND Nordschwarzwald
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BUND Nordschwarzwald )
Sophia: „Einmal kam es zum großen Krach. Der Forbach hatte im Sommer nicht genügend Wasser. Die Schmiedehämmer standen fast still. Deshalb hat der Hüttenmeister das Wasser für die Wiesen einfach abgestellt. Entweder Wiese oder Fabrik! Was hättet ihr getan? Die armen Leute haben vor Gericht geklagt, und gewonnen, was ganz selten vorkam. Sie durften zum Glück die Wasserschieber wieder aufmachen.“
Wie hat man früher im Sommer die Wiesen gegossen?
Richtig! Früher hat man gezielt kleine Wasserkanäle angelegt, um das Wasser in die Wiesen zu leiten – ganz ohne Gießkanne. In ungefähr 300 m (kurz bevor ihr zur Fischerhütte kommt) quert der Fußweg den alten Kanal der Hangbewässerung.
Den nächsten Hinweis findet ihr in etwa 540 Metern – ganz in der Nähe der Fischerhütte. Lauft an der Hütte vorbei in Richtung Forbach und geht über die kleine Brücke. Ein Tipp: Ohne das, was dort früher hergestellt wurde, hätten die Menschen in den kalten Wintern und kühleren Sommern bestimmt sehr gefroren!
Fußweg: Alte Fichten und Tannen
Audio: Wässerwiesen
Weiß-Tanne (Abies alba) und Gemeine Fichte/Europäische Fichte (Picea abies) kommen in unseren Wäldern im Nordschwarzwald häufig vor.
(BUND Nordschwarzwald
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BUND Nordschwarzwald)
Christoph: "Sophia, schau mal! Zwei riesige, starke Bäume – hier könnte fast das Glasmännlein wohnen, das einem drei Wünsche erfüllt.
Kennst du den Spruch, damit es kommt? Aber das ist eine längere Geschichte – die erzähle ich dir ein anderes Mal."
Sophia: "Und was sind das für Bäume?"
Christoph: "Eine Fichte und eine Tanne. Man erkennt sie an ihren Zapfen: Die Fichtenzapfen hängen herunter und fallen als Ganzes vom Baum. Die Tannenzapfen stehen aufrecht – nur ihre Samen fallen ab."
Sophia: "Ich schaue gleich nach, ob die Zapfen hängen oder stehen – dann weiß ich, welches die Tanne und welches die Fichte ist!"
Christoph: "Ich hab noch einen Merksatz für dich: Fichte sticht – Tanne nicht."
Sophia: "Oh, das ist super! Das probiere ich gleich an ein paar Ästchen aus. Fichte sticht – Tanne nicht. Cool!"
Christoph: "Für den gesunden Wald sind solche alten, starken Bäume besonders wichtig."
Sophia: "Aber ich habe gehört, dass man die Bäume oft gar nicht so groß werden lässt. Sie werden früher gefällt – weil sie dann leichter zu verladen sind und in die Maschinen der Sägewerke besser passen."
Christoph: "Ja, das stimmt. Aber: Für den Wald sind alle Bäume wichtig – dicke und dünne, gerade und krumme, junge und vor allem die alten Bäume mit ihren Höhlen und Rissen."
Sophia: "Klar! In den alten Bäumen können Vögel nisten, Insekten leben oder Pilze wachsen. Man braucht einfach Vielfalt im Wald!"
Weißtanne (Abies alba) prägt zusammen mit der Buche viele Wälder im Nordschwarzwald
(BUND Nordschwarzwald
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BUND Nordschwarzwald)
Frage: Umfang der Tanne
Wie groß ist der Umfang der Tanne? (Hast du das Schild und das Holzbrett als Markierung gefunden?)
Super geschätzt. Eine Tanne mit so einem großen Umfang ist ziemlich sicher über 100 Jahre alt. Vielleicht sogar 130 bis 140 Jahre. Laufe ungefähr 185 Meter weiter. Du kommst dann oberhalb der Fischerhütte direkt über den Graben der Hangbewässerung. Von dort kannst du den nächsten Standort schon fast sehen. Gehe bis zur Brücke und suche "Walke 5".
Die Walke
Audio: Walke
In Walken wurden Stoffe weiterverarbeitet
(BUND Nordschwarzwald
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BUND Nordschwarzwald)
Christoph: „Da vorne sieht man ein Haus. Es heißt: „Walke“. Weißt du warum?“
Sophia: „Ja komm! Ich kann es dir erklären. Pass auf! „Walken“ heißt gleich „stampfen“. Es war also eine Art Stampfe. Aber schau erst mal auf die Zeichnung. (Bild Walke) Eine Walke sieht aus wie ein länglicher, geschlossener Kasten aus Holz. Im vorderen Teil war ein Trog, der mit Seifenwasser gefüllt war. Dort legte man die Stoffe hinein. Über dem Trog waren Stampfer aus Holz angebracht. Durch eine Nockenwelle wurden die Stampfer hochgehoben und fielen dann wieder in den Trog zurück. Das wiederholte sich ständig. Ein Mühlrad trieb das Ganze an. Deshalb sagt man auch: „Walkmühle“.“
Christoph: „Jetzt muss ich nur noch wissen, was hat man eigentlich hier gestampft oder gewalkt?“
Sophia: „Stoffe. Es wurde im Tal nicht nur Eisen geschmiedet, sondern es wurden auch wunderschöne Stoffe in den Tuchfabriken gewebt. Die Stoffe aus Leinen wurden durch das Stampfen sehr schön weich. Und die Stoffe aus Wolle sollten durch das Walken im heißen Seifenwasser verfilzen. Damit waren sie auch wasserfester. Das ist bei Jacken und Hüten sehr praktisch.“
Was nimmt man zum Walken?
Richtig! Zum Walken braucht man Seifenwasser, damit sich die Wollfasern besser verfilzen.
Laufe zur Fischerhütte und suche dann die Grube Sophia. Ich bin gespannt, ob du sie finden kannst. Dort bekommst du den nächsten Tipp.
Die Grube Sophia
Audio: Grube Sophia
Die Entstehungsgeschichte von Freudenstadt geht auf den Bergbau zurück. Die Grube Sophia kann heute noch besichtigt werden.
(BUND Nordschwarzwald
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BUND Nordschwarzwald)
Sophia: „An der Fischzucht vorbei gehen wir jetzt zu unserer letzten Station Bergwerks-Grube „Sophia“, in der die Bergleute früher nach Eisen, Kupfer und Schwerspat suchten.“
Christoph: „An den „Loren“, den kleinen Transport-Wagen aus Eisen, kann man schon von Weitem sehen, wo der Stollen-Eingang ist.“
Sophia: „Hier gibt es also noch ein richtiges Bergwerk, in das man begleitet mit einer Führung hineingehen kann. Bist Du schon mal drin gewesen?“
Christoph: „Ja, aber man darf nur hinein, wenn die Fledermäuse fort sind und ihr Winterquartier verlassen haben. Zuerst bekommt man zum Schutz einen Helm, falls man sich den Kopf anstößt. Man läuft durch einen schmalen Gang ungefähr 40 m in den Berg hinein. Auf der linken Seite kann man in einen anderen, sehr schön gehauenen Seiten-Stollen hineinschauen.“
Sophia: „Ist es nicht dunkel da drin?“
Christoph: „Nein, es hat überall Licht. Die tiefsten Strecken des Berges können aber nicht mehr begangen werden, da sie mit Wasser und Schlamm vollgelaufen sind. Die langen Gänge mussten von den Berg-Knappen mit Hammer und Meißel aus dem Gestein herausgeschlagen werden. An einem Tag sind sie nur ganz wenige cm vorwärts gekommen.“
Sophia: „Ich kann mir diese schwere Arbeit gar nicht vorstellen. Überhaupt bin ich wirklich froh, dass ich erst jetzt geboren bin.“
Warum darf man von November bis März nicht in die Grube Sophia?
Richtig! Von November bis März schlafen die Fledermäuse tief und fest. Dabei dürfen sie nicht gestört werden.
Toll, ihr habt alle Fragen durchgespielt. Wenn ihr ungefähr 340 m in Richtung Norden lauft, kommt ihr zum Grubenspielplatz. Schaut doch mal, warum er so heißt. Wenn ihr von dort nochmals 250 m weiter in Richtung Norden lauft, erreicht ihr den Königshammer. Dort könnt ihr noch viel mehr über das Tal der Hämmer erfahren.
Der Grubenspielplatz
Audio: Macht es gut. Wir hoffen, es hat euch gefallen.
Der Name Grubenspielplatz bezieht sich auf die Historie des Tals
(BUND Nordschwarzwald
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BUND Nordschwarzwald )
Christoph: „So, jetzt verabschieden wir uns von euch. Konntet ihr die Rätsel lösen? Super!“
Sophia: „Für uns war es richtig cool, euch etwas von der Geschichte, den Menschen, und der besonderen Natur hier in Christophstal und Friedrichstal zu erzählen.“
Christoph: „Nach 340 m kommt der „Gruben-Spielplatz“. Schaut doch mal, warum er so heißt.“
Sophia: „Wie? Ihr habt noch nicht genug? Na dann! 100 m nach dem Spielplatz kommt ihr an einer heute noch produzierenden Hammerschmiede vorbei. Und nach weiteren 200 m befindet sich das Schmiede-Museum. Dort könnt ihr richtige Schmiedehämmer anschauen, und euch das Schmieden einer Sense anschauen.“
Beide: „Also Tschüss“
Christoph: „Euer Christoph.“
Sophia: „Und eure Sophia.“
Der Königshammer
Herstellung von Sensen mit dem Königshammer
(BUND
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BUND Nordschwarzwald
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https://www.schwarzwald-tourismus.info/)