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BUND Regionalverband Nordschwarzwald

Digitale Geschäftsstelle

Patrick Maier © BUND

Unsere Geschäftsstelle ist digital! Nicht zu jedem Treffen muss man fahren. Ein Austausch ist in vielen Fällen auch digital möglich. Um weiter in Kontakt zu bleiben, nutzen wir aktuell zoom als Plattform, werden die Diskussion um den Datenschutz aber gespannt mitverfolgen. Ansteckungsfrei können Sie sich unter folgendem Link einwählen:

zoom.us/j/3218285993

Diese Woche hat die digitale Geschäftsstellen geöffnet am:

  • Dienstag, 26.5. von 14 bin 16 Uhr
  • Donnerstag, 28.5. von 14 bis 16 Uhr
  • Freitag, 29.5. von 10 bis 12 Uhr

Die digitale Geschäftsstelle wird auch in Zukunft für Sie geöffnet haben.

 

Neuer Geschäftsführer Regionalstelle Nordschwarzwald

Patrick Maier ist seit dem 01. Mai neuer BUND-Geschäftsführer für die Region Nordschwarzwald. Er tritt damit die Nachfolge von Sabine König an.

„Als Kind des Schwarzwalds freue ich mich sehr auf die unterschiedlichen Aufgaben eines BUND-Regionalgeschäftsführers. Mit den Landkreisen Freudenstadt, Calw, Enzkreis und der Stadt Pforzheim ist das Gebiet des Regionalverbands flächenmäßig recht groß. Im Westen reichen die Schwarzwaldgipfel bis über die 1000-Meter-Marke und bieten in den ausgedehnten Wäldern Wolf und Luchs einen neuen Lebensraum. Im Osten finden wir in den wärmebegünstigten Weinbergen Sonnenanbeter wie gefährdete Blauflügelige Ödlandschrecke. Flüsse und Bäche wie die Enz schlängeln sich durch die Tallagen und beheimaten zum Beispiel den sehr seltenen Strömer.

Verkehrsgünstig angebunden an die A8 und die A81 liegt Pforzheim als ein Vertreter der Wirtschaftsregion Nordschwarzwald ziemlich genau in der Mitte von Stuttgart und Karlsruhe und verbindet die Metropolregionen Mittlerer Oberrhein und Stuttgart. Fragen, wie wir in Zukunft wirtschaften, wohnen und uns bewegen wollen, ohne dabei unsere Umwelt noch stärker zu belasten, treten dabei unweigerlich auf. Klar ist, dass diese Aufgaben nicht von einzelnen Akteuren bewältigt werden können und wir ein gemeinsames Verantwortungsgefühl für den Umwelt- und Naturschutz entwickeln müssen. Das betrifft große Akteure wie die Wirtschaft, die Verwaltungen, Kirchen und Verbände aber eben auch die Menschen hier in der Region. Gemeinsam mit unserer Vorstandschaft und den vielen ehrenamtlich engagierten Ortsverbänden, freue ich mich darauf, diese Zukunft mitzugestalten.“

Patrick Maier lebt mit seiner Frau in Seewald und stammt ursprünglich aus Horb am Neckar. Sein Geoökologie-Studium in Tübingen hat er mit der Diplomarbeit „Wintersport im Nationalpark Schwarzwald“ abgeschlossen. Für die Aufgaben in der Geschäftsstelle sieht sich Maier gut gerüstet: „Wie die Wissenschaft funktioniert, konnte ich als Dozent am Lehrstuhl für Umweltmanagement in Hohenheim erfahren. Einblicke in die technische Planung und die Durchführung von Bauprojekten in teils sehr sensiblen Ökosystemen bekam ich in einem Ingenieurbüro für Seilbahntechnik im Allgäu und zuletzt habe ich als Projektmanager in der Nähe von Tübingen Bürger- und Expertendialoge moderiert. Dahoim [schwäbisch für zu Hause] eine Stelle zu finden, die so gut auf die eigenen Interessen passt, ist natürlich wunderbar und eine tolle Chance.“

Dem Wald geht es schlechter denn je

Waldbegehung mit Minister Peter Hauk (CDU) und Forst © BUND

Südschwarzwald/Grafenhausen & Lenzkirch. „Dem Wald geht es schlechter denn je. Nicht nur die aktuelle Dürre bereitet ihm große Probleme“, so das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg in ihrer Einladung zum gemeinsamen Waldbegehungstermin am 27.5.2020 mit Minister Peter Hauk (CDU) und Vertretenden aus Forst, Verwaltung und Politik in den Südschwarzwald.

Im Tross fahren wir gemeinsam vom Parkplatz der Brauerei Rothaus in Grafenhausen los. Wie schon in den letzten Wochen ist es sonnig und die Sicht reicht bis zu den Alpen. Vorbei geht es an kleinen Dörfern, Wäldern und Wiesen. Es könnte ein schöner Termin mit meinem Geschäftsführerkollegen Ulrich Faigle vom BUND Hochrhein sein, wären da nicht rechts und links der Straße immer wieder ganze Baumgruppen gräulich abgestorbener Fichten zu sehen. Wie schlecht es dem Wald wirklich geht, wurde schnell klar, als wir die wenigen Meter bis zum ersten Beobachtungspunkt hinter uns gebracht hatten. Fichten mit über 20 m Höhe standen wie Skelette im Wald. Die Kiefern hatten es etwas länger ausgehalten, sind aber so stark geschädigt, dass nicht mit einer Erholung gerechnet werden kann. Darunter sehen wir junge Weißtannen und selbst eine kleine Walnuss hat sich hierher auf rund 900 m verirrt. Sie sieht ziemlich vital aus. Borkenkäfer, die vergangen Dürrejahre und ein Sturmwinter mit beispielsweise Orkan Sabine am 11. Februar 2020 haben dem Wald hier stark zugesetzt. Der warme Winter führte dazu, dass bereits an Ostern die ersten Borkenkäfer ausgeflogen sind. Eine große Anzahl adulter Tiere hatte den Winter unbeschadet überstanden. Was über Jahrzehnte in den Staats-/Landesforsten und den Privatwäldern aufgebaut wurde, zerfällt buchstäblich zu Staub. Es „droht der wirtschaftliche Genickbruch“, so Thomas Emmerich, Leiter des Forstbezirks Südschwarzwald. Weiter erklärte er: Aktuell gibt es Holz im Überfluss, die Preie sind im Keller und die Absatzmärkte sind wegen Corona gestört. Um das Holz zwischenzulagern gibt es Nasslager, die sind aber schon fast voll. Der Preis, den die Sägereien zahlen ist im Keller. Teilweise verschiffen wir das Holz für 18 bis 20 € pro Festmeter in Containern nach China.

Kostendeckend zu arbeiten ist damit nicht möglich. Im schlimmsten Fall muss das Holz mit Spritzmitteln behandelt oder gehäckselt werden. Der absterbende Altbestand gefährdet dabei den Wald der Zukunft. Viele Baumarten wie Tanne oder Buche brauchen den Schirm alter Bäume und leiden unter dem plötzlichen und viel zu frühen Lichteinfall.

Wie es mit diesem Waldstück weitergehen könnte, wird nach einer kurzen Fahrt sichtbar. Kaum ein Baum ist hier mehr höher als 1 Meter. Vereinzelt stehen noch ein paar letzte Bäume aus dem alten Bestand. Die Hoffnung ist, dass sie für eine natürliche Verjüngung sorgen. Wie sieht der Wald der Zukunft aus? Am Beispiel der Fichte wird klar, dass der Klimawandel die Baumartenzusammensetzung und damit das Bild des Schwarzwaldes verändern wird. „In Lagen unter 500 m wird die Fichte keine Chance mehr haben“, so Johannes Beck, Referatsleiter Fachbereich Forsteinrichtung und Forstliche Geoinformation in Freiburg. Laut Prognosen wird die Fichte in Zukunft erst ab ca. 500—800 m im Bereich schattiger Hänge mit guter Wasserversorgung wachsen können. Selbst in den vor einigen Jahren noch als sicher eingestuften Lagen von 800 bis 1.100 m braucht die Fichte mäßig frische (gemeint sind gute) Standorte. Ab 1.100 m hat die Fichte mit großer Wahrscheinlichkeit weiterhin gute Chancen. Beck gibt zu bedenken, dass es dafür bis 2100 maximal 2 °C wärmer werden darf. Auch bei anderen Baumarten sieht es oft nicht viel besser aus. „Selbst Baumarten wie die Weißtanne oder die Rotbuche, die in den letzten Jahren als Hoffnungsträger gehandelt wurden, leiden in vielen Lagen und zeigen Stresssymptome“, stellt Beck heraus. Für die Waldbewirtschaftung rate der Forst, so Beck, zu einer Risikostreuung. Auf Flächen über 0,1 ha sollten dabei mindestens 3 Baumarten genutzt werden. Aktuell sind rund 2/3 der Bäume, die vom Forst gepflanzt werden, Laubbäume. Neben heimischen Arten wie Eiche, Kiefer, Bergahorn werden auch andere Baumarten wie Orient-Buche, Atlaszeder oder Douglasie gepflanzt.

Im Nasslager Lenzkirch/Kappel zeigt sich das Ausmaß von Borkenkäfer und Klimawandel. Schon jetzt werden hier rund 25.000 Festmeter Holz bewässert. Die Kosten für die Gemeinden und Waldbesitzerinnen und -besitzer sind immens. „Schon jetzt stellt das Land den Waldbesitzern in der aktuellen Krise 28,6 Millionen Euro an Fördermitteln bereit, um das Schadholz aufzuarbeiten und neue Wälder anzupflanzen. Das reiche aber nicht aus. „Neben den bereits bestehenden Fördermöglichkeiten prüfen wir deshalb derzeit die Einführung einer ‚Klimawandelprämie‘, die in einem wirtschaftlich und klimatisch schwierigen Umfeld Anreize für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder schaffen soll“, erklärte Minister Hauk.“ Nachlesen können Sie die Pressemitteilung des Landes unter: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/hauk-will-waldbesitzer-mit-klimawandelpraemie-unterstuetzen-1/

In diesem Waldsterben erleben wir hautnah, wie sich viele Befürchtungen bewahrheiten. Monokulturen und nicht standortangepasste Baumarten fallen reihenweise um und machen damit Platz für ein vielfältigeres Ökosystem. Mit großem Aufwand arbeiten gerade viele Stellen daran, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Aus Naturschutzsicht gibt der Begehungstermin deshalb auch Grund zur Hoffnung. Genauso wie wir aktuell einen Wandel im Wald erleben, findet ein Wandel in der Zusammenarbeit zwischen Forst und Naturschutz statt. Als Geschäftsführer der Regionalstelle wünsche ich mit, dass die Schnittmengen noch ein bisschen größer werden. In Bezug auf den Nordschwarzwald stehen wir vor großen Herausforderungen. Es zeigen sich auch hier schon die ersten größeren Schadensherde.

Letztendlich hängt der Erfolg des Waldumbaus maßgeblich davon ab, ob wir unsere Klimaziele erreichen. Wer sich also weiterhin gegen die Mobilitäts- und Energiewende stellt und beispielsweise Windenergie als einen maßgeblichen Faktor der Energiewende auf Grund von optischen oder landschaftsästhetischen Interessen ablehnt, sollte sich selbst ein Bild von den Baumskelette im Südschwarzwald machen. Forst und Verwaltung lade ich dazu ein, mutig zu sein, und die abgestorbenen Bäume als sichtbares Mahnmal und Lebensraum für Tiere, Pilze und Pflanzen stehenzulassen.

Die Amphibienzäune sind abgebaut

Amphibienwanderung © BUND/Reusch

Die Amphibienwanderung war dieses Jahr mit 10 Wochen ziemlich lang, so das Fazit BUND Ortsgruppe Heckengäu. Entweder war es zu kalt oder zu trocken.

Wir danken allen Helferinnen und Helfern, die morgens und abends den Tieren eine sichere Wanderung ermöglicht haben. Danke auch an die Mitarbeiter der GSI Enzkreis (Gemeinnützige Service- und Integrations-Gesellschaft Enzkreis), die uns auch dieses Jahr wieder beim Abbau der Zäune geholfen haben. Wir hoffen, ihr alle seid nächstes Jahr wieder dabei!

Wie kann ich mitmachen? Schon jetzt denken wir an die nächste Wanderung im Frühjahr 2021. Am Anfang der Amphibien-Wandersaison gehen wir zusammen los und wir zeigen Ihnen, wie man den Amphibien über die Straße hilft. In einem Zeitplan tragen Sie ein, an welchen Tagen sie helfen können. Wichtig ist, dass die Sammeleimer morgens und abends kontrolliert werden, weil auch andere kleine Tiere unabsichtlich hineinfallen können. Wenn Sie uns bei der Amphibienwanderung helfen möchten, wenden Sie sich direkt an unsere Koordinatoren Gertrud Eckert-Klittich, Simone Reusch, Anke Krombach und Robert Bloss oder an Patrick Maier von der Regionalgeschäftsstelle Nordschwarzwald (bund.nordschwarzwald@bund.ne).

Mehr Informationen zur Amphibienwanderung finden Sie auf der BUND-Homepage von Baden-Württemberg: www.bund-bawue.de/themen/tiere-pflanzen/artenschutz/amphibien/

 

Den Wald der Zukunft schaffen wir nur zusammen

Exkursion Neuweiler und Calmbach © BUND

Neuweiler/Calw. Wie soll der Schwarzwald in Zukunft aussehen? Der Schwarzwald wird seit Jahrhunderten durch den Menschen überprägt. Unter dem Begriff der Holländertanne wurden beispielsweise im 17. ganze Berghänge gerodet. Als nachwachsender Baustoff und CO2-neutraler Brennstoff ruhen auch heute viele Hoffnungen und Interessen auf dem Wald. Gleichzeitig ist der Wald ein wichtiger Lebensraum- und Rückzugsraum für zahlreiche Tiere, Pflanzen und Pilze. Nimmt man noch die gesellschaftliche Aufgabe als Erholungsraum des Menschen hinzu, soll der Wald viele Funktionen erfüllen.

Bereits jetzt zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels im Nordschwarzwald deutlich. Neben den gestiegenen Temperaturen sind es vor allem die länger andauernden Wetterlagen mit beispielsweise längeren Trockenperioden, die unsere Bäume und Wälder schwächen. Insbesondere Monokulturen und Waldabschnitte mit nicht standortangepassten Baumarten sind sehr anfällig für Sturmlagen oder Parasitenbefall. Als BUND Nordschwarzwald setzen wir uns für einen naturnahen Wald mit heimischen Arten wie Stieleiche, Rotbuche oder Waldkiefer ein.

Corona-konform und thematisch passend fand der erste offizielle Abstimmungstermin zwischen dem neuen Geschäftsführer der BUND-Regionalgeschäftsstelle Nordschwarzwald und der Vorstandschaft im BUND-eigenen Wald in Neuweiler (Kreis Calw) statt.  Neben Planungen und Abstimmungen, beispielsweise zum Streuobstprojekt, wurde genügend Zeit eingeplant, um die Entwicklung des verbandseigenen Waldstücks zu begutachten.

Klar ist: Die Zeit rennt und der Wald reagiert sehr träge auf Veränderungen. Wir pflanzen heute praktisch den Wald für unsere Enkel, ohne genau zu wissen, in was für einer Zukunft unsere Enkel leben werden. Dieser Aufgabe werden wir nur zusammen mit Forst und Verwaltungen, der Jägerschaft oder den privaten Nutzerinnen und Nutzern gerecht.

Pressemitteilung: Massentierhaltung und Massenunterkünfte – 59 Kilo Fleisch sind nicht systemrelevant

Pforzheim. Pro Jahr isst jeder Deutsche im Durchschnitt 59 Kilogramm Fleisch. (Fleischatlas 2018) Die negativen Folgen für Umwelt, Klima, Tiere und Menschen sind weltweit, landesweit und auch lokal auszumachen. Das größte Leid trifft dabei die Schwächsten. Massentierhaltung mit minimalen Standards bei Aufzucht, Haltung und Transport oder Keulungen ganzer Bestände im Seuchenfall gehören genauso in diese Reihe wie fragwürdige Beauftragungen von Subunternehmern und die Unterbringung von Werksvertragskräften in Massenunterkünften. Als Folge dieser Wirtschaftsweise haben sich 399 Mitarbeitenden der Müller Fleisch GmbH mit Hauptsitz in Birkenfeld mit dem Corona-Virus infiziert. Das Unternehmen darf – weil systemrelevant – trotzdem weiterproduzieren.

Die Situation bei Müller Fleisch ist keine Ausnahme. Deutschlandweit wird in immer mehr fleischverarbeitenden Betrieben eine hohe Anzahl infizierter Mitarbeitenden festgestellt. Beispielsweise berichtete der WDR am 8.5.2020 darüber, dass in Coesfeld 196 Mitarbeitende von Westfleisch positiv auf Corona getestet wurden. Der Schlachthof wurde hier jedoch vom Gesundheitsministerium vorübergehend geschlossen. Der Ausnahmestatus für Müller Fleisch ist vor diesem Hintergrund nur schwer nachvollziehbar.

Eine Betriebsschließung wäre stringent, würde allerdings nicht die Grundproblematik unserer mächtigen und für alle Beteiligten ungesunden Fleischindustrie lösen. In einem hocheffizienten Prozess und mit Hilfe von Subunternehmen wird im Rahmen der Gesetze und Regularien Fleisch zu Dumping-Preisen produziert. Gestärkt wird die Fleischindustrie dabei von einer einflussreichen Lobby im Hintergrund. Von der Käuferseite aus betrachtet kommen nur wenige Impulse, um an diesem System etwas zu ändern. Im Großen und Ganzen entscheiden sich die Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin für Billigware. BSE, Pferde- oder Gammelfleisch-Skandale sind schnell vergessen. Die Politik hofft auf das Verantwortungsgefühl der Industrie, die Vernunft der Verbraucherinnen und Verbraucher und setzt mit dem staatlichen Tierwohllabel weiterhin auf Freiwilligkeit. Wie viel Wert dieses Label hat, zeigte die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft selbst. In „Kochen mit Lafer“ am 3. Mai nehmen weder Redaktionsteam und Koch, noch die Ministerin Julia Klöckner (CDU) Anstoß daran, Fleisch der Haltungsstufe 1 (Mindeststandard) zu verarbeiten. Im Mindeststandard hat das Schwein Anspruch auf 0,75 Quadratmeter Fläche und einfache Beschäftigungsmaterialien wie eine Metall-Weichholz-Kette. Das führt beispielsweise zu Leerkauen, Stangenbeißen und Kannibalismus unter den Tieren und geht in vielen Fällen nicht ohne Medikamente und Antibiotika.

Der BUND fordert einen grundlegenden Umbau der Fleischwirtschaft. Auf Bundes- und EU-Ebene müssen dafür die politischen Weichen gestellt werden. Uns ist bewusst, dass es nicht das eine, einzelne, wirkungsvolle Instrument gibt. Es muss und wird immer ein Kanon sein, der sich an die Konsumentinnen und Konsumenten, an den Handel und an die Produzenten und Produzentinnen wendet. Es bedarf zudem der Aufklärung, vieler Kampagnen und vor allem politischen Mutes, sich mit denjenigen anzulegen, die – auf Kosten von Mensch, Tier und Natur – am heutigen Produktionsmodell verdienen. Aber welche politischen Instrumente auch immer für den Wandel eingesetzt werden: Eine nachhaltige Fleischproduktion gibt es nur, wenn sich der Konsum verringert, hier in Deutschland und auch in vielen anderen Ländern auf der Welt.

59 Kilo sind nicht systemrelevant – 59 Kilo sprengen das System!

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